Spontaner Glasbruch

Großformatige Glasfronten sind ein gestalterisches Mittel der modernen Architektur. Häufig werden vorgespannte Einscheiben-Sicherheitsgläser (ESG) verwendet, bei denen es oft Jahre nach dem Einbau zu Rissbildungen und zu Spontanbrüchen kommen kann. Bereits das optische Bild eines Spontanbruchs liefert dem Glasexperten wertvolle Hinweise auf die Schadensursache. Eine eindeutige Ermittlung der Ursache erfordert aber meist genauere Analysen an schadhaften Hartgläsern mit Techniken wie der REM/EDX.

Spontaner Bruch eines Glases

Abbildung 1 zeigt ein optisches Bild eines spontanen Glasbruchs („Schmetterlingsbruch“) mit einem erkennbaren Partikeleinschluß. Eine Untersuchung des Partikels mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie (REM, Abb. 2) liefert Informationen über dessen Durchmesser (ca. 200 µm) und Morphologie. Zudem ist in dem hier gezeigten Rückstreuelektronenbild ein deutlicher Materialkontrast zwischen Partikel und vorgespanntem Glas erkennbar. Die im REM-Bild markierten Areale wurden daher zur Bestimmung der Partikelzusammensetzung mittels der energiedispersiven Röntgenspektrometrie (EDX) genutzt. Abbildung 3a & b zeigt die Resultate dieser Analyse. Die deutlichen Ni- und S-Signale deuten auf Nickelsulfid als Hauptbestandteil des Partikels hin. Auf diese Art konnte ein bei ESG-Scheiben bereits seit den 60er Jahren bekannter Schadensmechanismus als Verursacher des spontanen Glasbruchs nachgewiesen werden.