Foto der originalen Unterschriften

Forensik: Tintenanalyse

Im Rahmen kriminaltechnischer Untersuchungen von Schriftdokumenten ist es oft notwendig, die Reihenfolge, in der unterschiedliche Tinten appliziert wurden, zu ermitteln. Neben mikroskopischen Untersuchungen kann auch das ToF-SIMS Verfahren bei der Klärung dieser Fragestellung wertvolle Hinweise liefern. Hierzu werden Kreuzungspunkte gedruckter bzw. geschriebener Linien analysiert. 

Die bei der Herstellung von Tinten verwendeten Farb- und Inhaltsstoffe liefern in der statischen SIMS charakteristische Sekundärionensignale. Diese "chemischen Fingerabdrücke" können bildgebend erfasst werden. Anhand so genannter Sekundärionenbilder kann dann im Idealfall die Reihenfolge der Tintenapplikation eindeutig gekärt werden. Dazu nutzt man entweder erkennbare Verschmierungen oder auch die Abschwächung des Bildsignals der zuerst aufgebrachten Tinte aufgrund der Abdeckung mit anderen Tinten.

Forensik: Bestimmung der zeitlichen Reihenfolge von Unterschriften










Druckertinte
Papier
Unterschrift 1
Unterschrift 2

Zur Erstellung der hier gezeigten Daten wurde eine Probe im Macroscan-Modus auf einer Fläche von 15 x 15 mm2 bildgebend analysiert. Einen optischen Eindruck der Schriftrobe gibt das Bild auf der rechten Seite. Alle Tinten konnten eindeutig anhand ihrer chemischen Zusammensetzung identifiziert werden. Die laterale Verteilung der Tinten belegt eindeutig, dass die Unterschrift 1 nach der Unterschrift 2 geleistet wurde.